Das Trauma-Gen …

Ist es gut, dass das Trauma-Gen nicht existiert? Erscheint es nicht sogar auf den ersten Blick ganz klar, dass es so ist? Schließlich ist ein Trauma doch ein Umwelteinfluss. Naturkatastrophe oder „man-made“ ist dabei zunächst egal. Für das direkte Opfer scheint die Frage also recht klar. Aber wie sieht es mit den Nachkommen aus? Es steht heute ja unzweifelhaft fest, dass Traumata „vererbt“ werden können. Aber wie? Also doch über ein Trauma-Gen? Auch hier stritten sich Wissenschaftler lange über die zugrundeliegenden Mechanismen. Umwelt oder Gene? Durch was wird ein Trauma weitergegeben?

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Trauma-Weitergabe an Folgegenerationen

Weitergegeben, vererbt, erlernt – das lange Leiden

Nach den eher grundsätzlichen Ausführungen zum Thema komme ich nun zum Phänomen der transgenerationalen Trauma-Weitergabe. Was heißt das überhaupt? Wie werden Verletzungen „weitergegeben“? Eine körperliche Wunde (und später die Narbe) trägt schließlich „nur“ der Verletzte davon. Nicht seine Tochter oder sein Sohn. Ist das bei seelischen Wunden anders?
Es spricht vieles dafür, dass dies in der Tat so ist. Und es wirft natürlich philosophische Fragen auf. Ist die „Seele“ doch etwas Überdauerndes? Eine Annahme, die der moderne Mensch doch seit der Aufklärung vehement zu leugen versucht. Es wäre spannend die Konsequenzen einer solchen Erkenntnis zu durchdenken. Wenn Seelenwunden fortbestehen, warum sollen andere Seelenteile dies nicht auch tun?

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Typ I und Typ II – Unterschiede

Wir haben gesehen, dass bei der Traumatisierung – zumindest in der Theorie – bestimmte „Typen“ unterschieden werden. Eine Klassifikation bezieht sich auf die Frage, ob das Trauma durch menschlichen Einfluss verursacht ist oder nicht. Die andere Typologie fußt auf der Dauer des Trauma-Erlebens (Typ I: kurz, Typ II: lang).

Man kann diesen Sachverhalt auch in einer Tabelle strukturieren. Hierzu einige Beispiele:

                                „Man-made“             „Natural“

Kurzdauernd    Vergewaltigung        Erdbeben

Langdauernd    Krieg, Folter             Dürre

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Trauma-Arten

Nach dem traumatischen Erlebnis kommt es im Allgemeinen zu zwei seelischen Reaktionen. Einerseits kann das Trauma (im schlimmsten Fall) eine Folgestörung hinterlassen. Am bekanntesten ist die PTBS, die „Posttraumatische Belastungsstörung“. Hier dominieren Unruhe, Angsterleben, emotionale Labilität, Konzentrations- und Schlafstörungen, um nur einige Symptome zu nennen. Andererseits setzt nach einem traumatischen Erlebnis immer auch ein Bewältigungsversuch bei den Betroffenen ein. Bewältigung meint, dass der Mensch irgendwie versucht, mit dem Geschehenen „fertig zu werden“. Dadurch soll die innere Belastung reduziert werden.

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Was ist eigentlich ein „Trauma“?

Ein „Trauma“ ist (im ursprünglichen Sinn) eine Verletzung. Das kann körperlich und/oder seelisch sein. In der Notfallmedizin spricht man von einem „Polytrauma“, wenn der Patient an vielen Körperteilen und Organen verletzt wurde. Letztlich ist jedes körperliche Trauma auch immer ein seelisches. Egal, ob es sich um einen Unfall, eine Naturkatastrophe oder menschliche Gewaltausübung handelt. Nicht nur der Körper, auch die Psyche muss diese Verletzung überwinden. Die europäische „abendländische“ (Schul-) Medizin hat die künstliche und fatale Trennung in „Körper, Geist und Seele“ zu Beginn der Neuzeit vollzogen. Mühsam arbeitet sich seit etwa 40 Jahren das (uralte) Wissen zurück ins Bewusstsein der Mediziner, dass diese Anteile im Mensch-Sein nicht getrennt werden können.

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