Glaube

Was hat das Thema Glaube in diesem Blog zu suchen? Ich weiß, dass ich mich möglicher Kritik aussetze, wenn ich behaupte, dass Spiritualität und Glaube für viele Traumatisierte Lösungswege bereithalten. Und diese Menschen sind weder weltabgewandte Träumer noch sind sie Spinner. Wenn wir uns selbstbestimmt, frei und aufgeklärt geben, dann müssen wir auch eine solche freie Entscheidung akzeptieren. Ebenso wenig wie wir den Glauben an Gott rational „begründen“ können, haben wir das Recht, ihn wegzudiskutieren.

Gerade in einer Zeit eines zunehmenden Fanatismus und fatalistischen Zynismus tut es gut, feste Ankerpunkte zu haben. Jeder Mensch mag für sich entscheiden, wie diese Ankerpunkte aussehen. Sowohl dem Fanatiker als auch dem Zyniker müssen wir Werte und Normen entgegenhalten, für die wir klar einstehen. Wie gesagt muss jeder selbst entscheiden, wie seine Antwort auf die Frage nach Moral und Ethik aussieht. Es gibt sicherlich auch Antworten ohne Gott und Glaube. Verwerflich wäre aber in heutiger Zeit ein „Nur-vor-sich-hinleben“, da es eben jene Antworten schuldig bleibt.

Auf dieser Seite “ Glaube “ finden Sie die Artikel zum Thema. Ich maße mir nicht an, DIE Antworten zu kennen. Ich erlaube mir, meinen christlichen Weg zu gehen. Ich will nicht missionieren, niemanden bekehren oder überzeugen. Niemand braucht sich gedrängt oder angegriffen fühlen. Ganz besonders gilt dies für die Kriegskinder und Kriegsenkel. Für viele von ihnen sind die Themen Glaube und Gott „rote Tücher“. Sie sind oft in einer seltsamen Atmosphäre religiöser Schein-Erziehung der 1950 bis 1970er Jahre groß geworden. Ihnen erscheint das Glaubenskonstrukt hohl und sinnfrei, manchmal sogar bigott. So kam – und kommt – es oft zu einer Abkehr vom Glauben. Dieser Schritt wird oft als innere Befreiung von alten Ketten erlebt.

Ich kann und will nicht gegen solche Empfindungen anschreiben. Vor allem, weil ich die Menschen respektiere. Ich plädiere aber dafür, „die Türen offen zu halten“. Wahrer Glaube ist kein Buchstaben-Glaube. Er ist nicht erzwungen oder anerzogen. Er ist „das Gespräch meines Herzens mit etwas ganz Großem“, wie eine Patientin es einmal beschrieb. Halten wir uns einfach die Möglichkeit offen, einen solchen Weg zu gehen. Und warten ab, was uns dabei begegnet.

Hier der Überblick der Artikel:

Trauma und Glaube. Hier finden Sie eine paar grundsätzliche Fragen und einen Versuch, darauf zu antworten.

Glaube und Heilung. Im Trauma-Erleben ist der Mensch zurückgeworfen auf sich selbst. Diese Ur-Bedrohung empfinden viele Kriegsenkel, ohne zu ahnen, woher sie kommt.

Hiobs Botschaft. Hier geht es um das Verhältnis des Menschen zu Gott in Trauma-Situationen.

Sicherheit in unruhigen Zeiten. Eine Erfahrung, die ich bei einem Pfadfinder-Gottesdienst machen durfte. Und ein paar einfache Vorschläge für mehr Sicherheit im Leben…