Wer kennt eigentlich Klabund ?

Klabund und der Krieg

Wenn wir an die deutsche „große Literatur“ zum Ersten Weltkrieg denken, kommt uns meist Remarque mit „Im Westen nichts Neues“ in den Sinn, aber wer bitte schön ist Klabund? Mit dem bürgerlichem Namen Alfred Georg Hermann Henschke wurde Klabund 1890 geboren. Er entschied sich früh, als Schriftsteller zu arbeiten. Bereits in Jugendjahren erkrankte er an schwerer Tuberkulose und gehörte somit zu den schwindsüchtigen Literaten seiner Zeit, die – in Ahnung ihres frühen Ablebens – einen irrwitzigen Schaffensprozess auf dem Vulkan ihres Lebens tanzten.

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Toxische Menschen: Das Phänomen Trump

Kriegsenkel kennen viele toxische Menschen

Mein Sohn hat einen Kumpel, der – naja sagen wir – ziemlich unberechenbar ist. Lautstärke, Tischmanieren, Rücksichtnahme, Spielverhalten. Es gäbe Verbesserungsbedarf (in meiner Weltsicht, er sieht es sicher anders). Wenn er dann abends weg ist, denke ich oft: Oh, so schlimm war das Ganze gar nicht.

Soll D.T. unser neuer Kumpel sein? Laut und ungezogen? Probiert er an uns seine Grenzen aus? Wieviel tolerieren wir? Und wollen wir am Ende sagen: Oh, so schlimm war er ja gar nicht?

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Welche Therapie für Kriegsenkel hilft wirklich?

08/15-Therapie für Kriegsenkel?

Gleich vorweg: die eine Therapie für Kriegsenkel gibt es nicht. Vielleicht würden wir es uns wünschen, denn schließlich ist unsere Alltagserfahrung oft in einfachen Wenn-Dann-Beziehungen organisiert. Wenn der Wasserhahn tropft, dann muss man/frau es reparieren oder den Klempner holen. Wenn der Blinddarm entzündet ist, dann wird er operiert. Wenn der Apfel vom Baum fällt, dann fällt er nach unten. Nun ist aber die Welt viel komplizierter. Allein die letzte (Newtonsche = mechanische) Gesetzmäßigkeit gilt im subatomaren Bereich schon nicht mehr (da können Äpfel auch nach oben fallen). Und wer einmal richtig fiese Bauchschmerzen hatte und einem Arzt in die Hände fiel ( 😉 ), der/die weiß, dass so eine Diagnose doch nicht so einfach ist. Von Klempnern und ihren Rechnungen ganz zu schweigen…

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Barmherzigkeit und Selbstmitleid

Kriegsenkels Leid und Barmherzigkeit

Barmherzigkeit? Benutzt eigentlich noch jemand dieses Wort? Müssen wir es auf die rote Liste der bedrohten Ausdrücke und Begriffe setzen? An dieser Stelle sei gesagt (für alle, die es noch nicht wissen 😉 ): Ich liebe Sprache und Worte. Es macht mir Spaß, mit Bedeutungen zu spielen und die Herkunft von Worten zu recherchieren. Und wenn Worte vom Aussterben bedroht sind, versetzt mich das in akute Alarmbereitschaft. Es tut mir regelrecht weh (übrigens auch bei Tieren und Pflanzen, aber das ist ein anderes Thema).

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Kriegsenkel und ihr innerer Krieg

Bombenstimmung oder?

Innerer Krieg? Bei uns? Kriegerische Metaphern sind Teil unserer Sprache. Sie sind uns meistens nicht bewusst, aber was sagen sie über unser Unbewusstes aus? Die Anregung für diesen Artikel verdanke ich einem Post auf FB (Gaby, vielen Dank dafür). Wer Lust hat, einen kurzen Überblick über die Verwendung der Lingua militans, der Militärsprache, zu bekommen, kann einen Artikel der ZEIT aus 1966 (!) zu dem Thema lesen.

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MSL – Alles etwas ruhiger angehen

Zum Jahresbeginn werde ich das Tempo auf meiner Seite MSL etwas drosseln. Die Basics für ein Verständnis der Kriegsenkel-Thematik sind vorhanden. Mir war es wichtig, Informationen zu dieser wichtigen Problematik auch außerhalb von (halb-)kommerziellen Angeboten bereitzustellen. Allzu oft finden sich unausgegorene Coaching-Seiten oder verquerte Esoterik-Werbung zu den Themen Kriegskinder, Kriegsenkel und vererbte Traumata. Damit nimmt sich diese wichtige Angelegenheit leider die Chance, in der Öffentlichkeit ernsthaft wahrgenommen zu werden.

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Kater am Krater – alles Gute für 2017

Hinsichtlich einer Bilanz für 2016 bin ich hin und her gerissen, ich habe da so etwas wie einen Kater am Krater. Gutes und Schlechtes. Sinnvolles und Törichtes. Viele schöne Momente neben schrecklichen Bildern. Und dann die Stars und Idole meiner Kindheit und Jugend, von denen so mancher in 2016 gegangen ist. Alles da gewesen, Leben pur eben. Ich bin – etwas zynisch – versucht, zu sagen:

Auf hohem (materiellen) Niveau weiter (moralisch) bergab.

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Wollen und Dürfen – Probleme der Kriegsenkel

Ich darf… oder?

Unklare Fragen im Zusammenhang mit den eigenen Bedürfnissen scheinen ebenfalls typische Probleme der Kriegsenkel-Generation zu sein. Diese Menschen können ihre eigenen Wünsche oft gar nicht benennen. Und schon gar adäquat dafür eintreten. Schuldgefühle folgen meistens auf dem Fuße. So flüchten viele Kriegsenkel*Innen in emsige Aktivität, auch im Privatleben. Nach dem Motto: Bloß nicht mit sich allein sein! Denn dann kommen die Ahnungen der vernachlässigten Selbstfürsorge gepaart mit den Schuldgefühlen hoch. In meinem Buch Traumakinder gehe ich darauf intensiv ein.

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Die Angst der Kriegsenkel – das schwere Erbe

Gibt es eine „Angst der Kriegsenkel“?

Die Angst ist mein ständiger Begleiter. Sie ist da, ganz real und spürbar. Aber sie ist für mich nicht greifbar. Sie bleibt unnahbar. Wie eine Stimme hinter einem Vorhang oder im Nebel.

Solche und ähnliche Äußerungen höre ich häufig von Kriegsenkelinnen. Diese Menschen im Alter zwischen 35 und 55 Jahren stehen mitten im Leben. Erwachsen, erfahren, in Krisen erprobt. Und oftmals dennoch tief verunsichert.

Ich will nicht als Verlierer dastehen. Erfolg bedeutet für mich Sicherheit. Dabei steigen die Ansprüche ständig. Sowohl die äußeren als auch meine eigenen. Das ist enorm anstrengend. Immer noch etwas weiter. Bloß keine Schwäche zeigen. Manchmal frage ich mich, wie lange das noch gut geht.

Überspitzt formuliert ist dies das männliche Äquivalent der Angst. Kriegsenkel treibt die Furcht vor Verlust und Misserfolg zu Höchstleistungen. Und wo diese Leistungen nicht erbracht werden (können), soll zumindest ein Bild oder Schein des Erfolgs gezeigt werden.

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Schuldgefühle – Schuld ohne Schuld?

Woher kommen unsere Schuldgefühle?

Schuldgefühle entstehen, wenn wir Normen und Gebote verletzen. Sie erfüllen insofern eine soziale Funktion. Unsere jeweilige Bezugsgruppe bestimmt quasi die Regeln, die also gemeinhin als Ethik oder Moral gelten können. Auf der Mikroebene ist diese Gruppe die Familie, also anfangs die Eltern und Geschwister, später der Partner und eigene Kinder. Die Mesoebene stellen Verwandte, Freunde, Schule, Arbeitsplatz etc. dar. Schließlich finden sich auf der Makroebene „Gesellschaft und Staat“. Schuldgefühle sind eine Art innerseelischer Sanktion, die Schuld und Strafe vorwegnimmt. Sie stehen dabei mit dem Gewissen in Verbindung, das das Wissen um die (mögliche) Regelübertretung und deren Folgen darstellt.

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