Trauma und Depression

Trauma und Depression treten oft gemeinsam auf

Über 4 Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Depression. Viele von ihnen haben traumatische Erfahrungen hinter sich. Für die Betroffenen bedeutet dies ein meist chronisches Leiden. Und für die Gesellschaft entstehen immense Kosten durch Medikamente, Psychotherapie und vorzeitige Berentung. Ein Aspekt, der oft bei der Betrachtung einer Depression außer acht gelassen wird, ist die Verbindung zu einem früheren Trauma. Gehen Trauma und Depression immer Hand in Hand? In meiner Praxis fallen viele transgenerational Traumatisierte zunächst allein durch ihre Depression bzw. deren Folgestörungen auf.

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Toxisch – wenn Menschen Gift sind

Toxisch macht krank

Was bedeutet es, wenn andere Menschen toxisch für uns sind? Das Phänomen „Toxische Kommunikation“ ist seit längerer Zeit bekannt. Zudem kommt seit einigen Jahren vor allem in den USA) eine Diskussion darüber in Gang, dass ein gewisser Personenkreis offenbar „toxisch altert“. Diese Giftigkeit im Erleben und Verhalten kann sehr unterschiedliche Formen annehmen. Sie ist gefährlich, weil sie oft unerkannt bleibt und die Betroffenen „hineinzieht“. Die Kriegskinder-Generation in Deutschland scheint im Alter in höherem Maße anfällig zu sein. Nach bisherigen Schätzungen gehen Forscher in den USA von etwa 3-5 Prozent alter Menschen aus, die toxisch sind. Nach meinen Erfahrungen aus der Praxis sehe ich diesen Anteil in Deutschland bei deutlich über 5 Prozent.

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Entspannungs- und Meditations-Apps

Entspannungs- und Meditations-Apps – ein Widerspruch in sich?

Es gibt viele Entspannungs- und Meditations-Apps . Aber wie soll das gehen? Wer sich entspannen will, sollte doch eher diese verdammten Elektronik-Dinger weglegen. Mittlerweile ist das sogar (teuer bezahltes) Erkenntnisgut auf Manager-Seminaren. So habe auch ich anfangs gedacht, als ich über das Thema gegrübelt habe. Schnelllebige Zeit mit Handy und Co., und wie können da Meditation und Achtsamkeit via App hineinpassen?

Um es kurz zu machen, es geht! Sogar recht gut. Ich habe mehrere Entspannungs- und Meditations-Apps getestet und zehn Anwendungen für gut befunden 🙂 . Ich habe dabei meine Auswahl nach den drei folgenden Hauptkriterien getroffen:

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Klopftechnik für Kriegsenkel

Macht Energie-Klopftechnik für Traumatisierte Sinn?

Ich möchte hier eine Selbsthilfe-Technik vorstellen, die oftmals erstaunliche Erfolge erzielt. Als Wegbereiter und „Erfinder“ gilt Gary Craig, der die Emotional Freedom Technique (EFT(R)) entwickelte. Viele Lebensberater, Coaches, aber auch Psychologen und Ärzte nutzen die EFT (oder eine andere Klopftechnik), um emotionale Blockaden zu lösen. Etwas Skepsis ist sicherlich angebracht, wenn von Berichten einer Heilung von Traumata innerhalb von 30 Minuten die Rede ist. Nach meiner Erfahrung (und der vieler Kolleg*Innen) ist eine Klopftechnik eine gute Ergänzung bei der Trauma-Arbeit. Im Gegensatz zum EMDR ist sie auch zur Selbsthilfe geeignet.

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EMDR – auch für Kriegsenkel?

Was kann EMDR für Kriegsenkel leisten?

Das Kürzel EMDR steht für „Eye Movement Desensitation and Reprocessing“. Obwohl die Methode in Deutschland erst seit Anfang der 1990er angeboten wird, ranken sich um sie bereits allerlei Mythen. Ich habe schon von der Revolution der Psychotherapie, einer Wunderwaffe oder sogar dem Sieg über das Trauma gelesen. So gern man daran glauben möchte, so sehr ist es schlichtweg Unsinn. EMDR ist einfach ANDERS. Es entzieht sich herkömmlichen Modellen der Medizin und Psychotherapie. Und es scheint die erste Methode zu sein, die an der „Grenze von Stofflichkeit und Energie“ einen hervorragenden, nicht zu leugnenden Wirksamkeitsnachweis erbringen kann. Aber ist EMDR für Kriegsenkel ebenfalls geeignet?

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Hiob und seine Trauma-Botschaft

Der Name Hiob steht für einen durch Trauma – Prozesse geprägten Menschen, aber auch für die finale Reifung des Menschen auf seinem steinigen Lebensweg. Hiobs Geschichte ist die Geschichte von einer frühen Auseinandersetzung mit Gott. Ja, ich gehe soweit, zu behaupten, dass Gott hier sein Verhältnis zur Spezies Mensch prüft und dabei quasi ausprobiert, was „machbar“ ist.

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Persönlichkeitsmerkmale bei Kriegsenkeln

Extraversion und Introversion sind zentrale Persönlichkeitsmerkmale in vielen psychologischen Theorien. Ursprünglich fanden diese Begriffe Eingang in die Psychologie durch die Arbeiten von Carl Gustav Jung, einem Schüler Freuds. Umgangssprachlich verbinden wir sie oft mit den Bedeutungen „auffällig / laut“ bzw. „zurückgezogen / leise“. Spielen solche Merkmale oder Typologien bei der Kriegsenkel-Generation eine Rolle?

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Mein Freitagspunkt: noch mehr Entspannung

Abschalten mit dem Freitagspunkt! Das Gehirn freimachen von dem Wochenballast und sofort eintauchen in die Entspannung des Wochenendes. Das wär’s, oder?

Vor über 20 Jahren konnte ich mich von der überragenden Wirksamkeit dieses chinesischen Akupunktur-Punkts überzeugen. Ich arbeitete damals auf der Intensivstation, als ein Mann Anfang dreißig eingeliefert wurde. Er befand sich in einem Dauer-Krampfanfall, einem sogenannten „Status epilepticus“. Er war vom Notarzt in ein „künstliches Koma“ versetzt worden, um das Gehirn zu schützen. Wir konnten im EEG, der Hirnstrommessung, aber sehen, dass er weiterhin krampfte. Kein Mittel half.

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Trauma-Weitergabe an Folgegenerationen

Weitergegeben, vererbt, erlernt – das lange Leiden

Nach den eher grundsätzlichen Ausführungen zum Thema komme ich nun zum Phänomen der transgenerationalen Trauma-Weitergabe. Was heißt das überhaupt? Wie werden Verletzungen „weitergegeben“? Eine körperliche Wunde (und später die Narbe) trägt schließlich „nur“ der Verletzte davon. Nicht seine Tochter oder sein Sohn. Ist das bei seelischen Wunden anders?
Es spricht vieles dafür, dass dies in der Tat so ist. Und es wirft natürlich philosophische Fragen auf. Ist die „Seele“ doch etwas Überdauerndes? Eine Annahme, die der moderne Mensch doch seit der Aufklärung vehement zu leugen versucht. Es wäre spannend die Konsequenzen einer solchen Erkenntnis zu durchdenken. Wenn Seelenwunden fortbestehen, warum sollen andere Seelenteile dies nicht auch tun?

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Trauma-Arten

Nach dem traumatischen Erlebnis kommt es im Allgemeinen zu zwei seelischen Reaktionen. Einerseits kann das Trauma (im schlimmsten Fall) eine Folgestörung hinterlassen. Am bekanntesten ist die PTBS, die „Posttraumatische Belastungsstörung“. Hier dominieren Unruhe, Angsterleben, emotionale Labilität, Konzentrations- und Schlafstörungen, um nur einige Symptome zu nennen. Andererseits setzt nach einem traumatischen Erlebnis immer auch ein Bewältigungsversuch bei den Betroffenen ein. Bewältigung meint, dass der Mensch irgendwie versucht, mit dem Geschehenen „fertig zu werden“. Dadurch soll die innere Belastung reduziert werden.

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