Mehr als ein Kriegsenkel-Buch ?

Oder: Welches Kriegsenkel-Buch nehme ich?

Wenn Sie sich entscheiden, mehr zum Kriegsenkel-Thema zu erfahren, was liegt dann näher, als ein Kriegsenkel-Buch zu erwerben? Die Antwort auf die erste, ganz oben gestellte Frage ist einfach: Ja, Sie brauchen mehr als ein Buch. Die zweite Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Aber ich versuche es…

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Wer kennt eigentlich Klabund ?

Klabund und der Krieg

Wenn wir an die deutsche „große Literatur“ zum Ersten Weltkrieg denken, kommt uns meist Remarque mit „Im Westen nichts Neues“ in den Sinn, aber wer bitte schön ist Klabund? Mit dem bürgerlichem Namen Alfred Georg Hermann Henschke wurde Klabund 1890 geboren. Er entschied sich früh, als Schriftsteller zu arbeiten. Bereits in Jugendjahren erkrankte er an schwerer Tuberkulose und gehörte somit zu den schwindsüchtigen Literaten seiner Zeit, die – in Ahnung ihres frühen Ablebens – einen irrwitzigen Schaffensprozess auf dem Vulkan ihres Lebens tanzten.

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Traumakinder – Titel & Cover sind da !

„Traumakinder“ erscheint im Februar 2017

Hallo Ihr Lieben. Für mein Sachbuch zum Thema Kriegskinder und Kriegsenkel steht jetzt der Titel fest. Es heißt Traumakinder. Auch das Cover ist fertig. Das Buch erscheint voraussichtlich im Februar 2017 und wird im Buchhandel und als eBook erhältlich sein.

Titel: Traumakinder, Lübbe-Verlag, ISBN: 978-3-431-03989-4

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Von Macht und Ohnmacht

Macht und Ohnmacht & Trauer und Wut

Das Buch „Abschied von Sidonie“ hat mich total berührt. Ich kann nicht wertfrei, analysierend oder gar neutral über dieses Buch, diese Geschichte schreiben. Sie macht mich wütend. Traurig. Nachdenklich. Wäre ich ein Bürger dieser Gemeinde gewesen, hätte ich 1943 anders gehandelt? Es macht Angst, über so etwas nachzudenken. Macht und Ohnmacht. Waren „die kleinen Leute“ damals ohnmächtig? Oder haben sie nicht vielmehr die Macht genährt durch ihr Untätigsein? Es gipfelt bei dieser Geschichte in der einfachen und schrecklichen Frage: Wäre dieses Mädchen – Sidonie –  zu retten gewesen?

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MSL proudly presents: Yvonne Jarré

MSL präsentiert „Ein kleines Stück Paris“ von Yvonne Jarré. Gerade erst erschienen, und ich habe es schon gelesen (trotz eines chronischen Zeitmangels 😉 )

Was hat dieser Roman, der im Paris der Gegenwart spielt, mit der Kriegsenkel-Thematik zu tun? Nun, auf den ersten Blick nicht viel. Georg, ein „Aussteiger“ und das schwarze Schaf seiner biederen, deutschen Familie, ist verstorben. In Paris, wo er seit Jahrzehnten lebte. Das machte mich schon mal neugierig. Schließlich sind das ja die Sehnsuchtsorte der Deutschen, unsere „kleinen Fluchten“: Italien und Südfrankreich, Toskana und Provence, Florenz und – eben – Paris. Und der Autorin gelingt es, in ihrer Geschichte viele kleine, bezaubernde Typologien des „normalen“ Menschen zu zeichnen. Dabei ist die Hauptfigur tatsächlich – wie sich für den „Kenner“ schnell herausstellt – eine (späte) Kriegsenkelin. Wir haben es bei „Ein kleines Stück Paris“ mit der heiteren, Gott sei Dank aber intelligent umgesetzten Geschichte einer Selbstsuche zu tun. „MSL proudly presents: Yvonne Jarré“ weiterlesen

Buch zum Thema Kriegsenkel

Es ist vollbracht, denn mein Buch zum Thema „Vererbtes Trauma“ ist fertig! Das Lektorat ist erfolgreich abgeschlossen. Da fällt mir wirklich ein Stein vom Herzen. Ich danke an dieser Stelle ganz herzlich meinem Lektor, der mit Umsicht und Einfühlungsvermögen Korrekturen angeregt hat. 🙂

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Rebecca West: Die Rückkehr

Kann man bei Rebecca West und ihrem Erstlingsroman „The Return of the Soldier“ von einer „Entdeckung“ sprechen? Schließlich verstarb die Autorin bereits 1983 im Alter von 90 Jahren. Und das Buch erschien 1918. Nach fast 100 Jahren liegt es nun erstmals in deutscher Übersetzung vor. Mich hat erstaunt, dass es nicht bereits während der medialen Hype um den Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 2014 erschienen ist. Was macht es so besonders?

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Reflexionen zu „Altes Land“ von Dörte Hansen

Mit dem Roman „Altes Land“ von Dörte Hansen habe ich eine seltsame Erfahrung gemacht. Ich habe das Buch an eine ältere, mir bekannte Dame verschenkt. Ich weiß, dass sie selbst eine Vertriebene aus Hinterpommern ist. Sie kam 1945 mit ihrer Mutter im Osten Hamburgs an. Der Vater war an der Ostfront gefallen. Die Dreijährige musste mit ihrer Mutter neu anfangen. Die alte Frau lebt noch heute in der Wohnung, die sie Mitte der 1950er mit ihrer Mutter bezogen hatte. Sie hat nie geheiratet. Sie hat ein Zuhause, aber keine Heimat, wie sie sagt.

Nun dachte ich, „Altes Land“ wäre genau das Richtige für sie. Sensibel geschrieben, nicht belehrend. Nicht „zu tief“ mit einer Portion distanzierter Ironie. Ich habe es als Ebook gelesen und nicht auf die Seitenzahl geachtet. So kam ich plötzlich zur letzten Seite und war überrascht. Was? Schon zu Ende? fragte ich mich. Gut so! Ich war von den Charakteren eingenommen, wollte mehr wissen. Da ist es gut, wenn man aufhört, wenn es am Schönsten ist.

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