Das laute Schweigen der Kriegsenkel

Schweigen in der Kommunikation

Es steht im Alten Testament: „Ein jegliches hat seine Zeit (…) Schweigen hat seine Zeit, Reden hat seine Zeit“ (Prediger/Kohelet 3, 1-17). Was selbstverständlich scheint, ist heutzutage keineswegs mehr selbstverständlich. Da sprechen und lärmen die Dümmsten am lautesten. Und die Weisen hüllen sich in Schweigen. Aber ist Schweigen tatsächlich Gold?

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Grenzen der Maßlosigkeit

Wo endet die Maßlosigkeit?

Wird Maßlosigkeit zum Lebensprinzip? Es stimmt schon nachdenklich, wenn wir Donald, Recep, Wladimir & Co. betrachten. Oder das schamlose Vorgehen vieler Großunternehmen. Aber nicht nur in Politik und Wirtschaft nimmt Maßlosigkeit zu. Auch die kleinen Rädchen unseres Berufs- und Privatlebens drehen sich immer schneller. Höher, weiter, größer. Nimmt es da Wunder, dass diejenigen, die uns „führen“, aus demselben Holz geschnitzt sind? Können wir uns gerade deshalb so trefflich echauffieren, wenn D.T. oder R.E. wieder mal aus der Rolle fallen? Trifft sie unser Hass, weil wir selbst die Wurzeln dieses Hasses in uns tragen? Sind diese Leute die personifizierten dunklen Schatten unseres Selbst? Wären wir nicht gern – um mit Nietzsche zu sprechen – auch so ein „Übermensch“? Ausgestattet mit Macht und Geld? Vermeintlich frei, zu tun und zu lassen, was wir wollen?

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Mehr als ein Kriegsenkel-Buch ?

Oder: Welches Kriegsenkel-Buch nehme ich?

Wenn Sie sich entscheiden, mehr zum Kriegsenkel-Thema zu erfahren, was liegt dann näher, als ein Kriegsenkel-Buch zu erwerben? Die Antwort auf die erste, ganz oben gestellte Frage ist einfach: Ja, Sie brauchen mehr als ein Buch. Die zweite Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Aber ich versuche es…

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Toxisch – wenn Menschen Gift sind

Toxisch macht krank

Was bedeutet es, wenn andere Menschen toxisch für uns sind? Das Phänomen „Toxische Kommunikation“ ist seit längerer Zeit bekannt. Zudem kommt seit einigen Jahren vor allem in den USA) eine Diskussion darüber in Gang, dass ein gewisser Personenkreis offenbar „toxisch altert“. Diese Giftigkeit im Erleben und Verhalten kann sehr unterschiedliche Formen annehmen. Sie ist gefährlich, weil sie oft unerkannt bleibt und die Betroffenen „hineinzieht“. Die Kriegskinder-Generation in Deutschland scheint im Alter in höherem Maße anfällig zu sein. Nach bisherigen Schätzungen gehen Forscher in den USA von etwa 3-5 Prozent alter Menschen aus, die toxisch sind. Nach meinen Erfahrungen aus der Praxis sehe ich diesen Anteil in Deutschland bei deutlich über 5 Prozent.

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Toxische Menschen: Das Phänomen Trump

Kriegsenkel kennen viele toxische Menschen

Mein Sohn hat einen Kumpel, der – naja sagen wir – ziemlich unberechenbar ist. Lautstärke, Tischmanieren, Rücksichtnahme, Spielverhalten. Es gäbe Verbesserungsbedarf (in meiner Weltsicht, er sieht es sicher anders). Wenn er dann abends weg ist, denke ich oft: Oh, so schlimm war das Ganze gar nicht.

Soll D.T. unser neuer Kumpel sein? Laut und ungezogen? Probiert er an uns seine Grenzen aus? Wieviel tolerieren wir? Und wollen wir am Ende sagen: Oh, so schlimm war er ja gar nicht?

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Welche Therapie für Kriegsenkel hilft wirklich?

08/15-Therapie für Kriegsenkel?

Gleich vorweg: die eine Therapie für Kriegsenkel gibt es nicht. Vielleicht würden wir es uns wünschen, denn schließlich ist unsere Alltagserfahrung oft in einfachen Wenn-Dann-Beziehungen organisiert. Wenn der Wasserhahn tropft, dann muss man/frau es reparieren oder den Klempner holen. Wenn der Blinddarm entzündet ist, dann wird er operiert. Wenn der Apfel vom Baum fällt, dann fällt er nach unten. Nun ist aber die Welt viel komplizierter. Allein die letzte (Newtonsche = mechanische) Gesetzmäßigkeit gilt im subatomaren Bereich schon nicht mehr (da können Äpfel auch nach oben fallen). Und wer einmal richtig fiese Bauchschmerzen hatte und einem Arzt in die Hände fiel ( 😉 ), der/die weiß, dass so eine Diagnose doch nicht so einfach ist. Von Klempnern und ihren Rechnungen ganz zu schweigen…

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Barmherzigkeit und Selbstmitleid

Kriegsenkels Leid und Barmherzigkeit

Barmherzigkeit? Benutzt eigentlich noch jemand dieses Wort? Müssen wir es auf die rote Liste der bedrohten Ausdrücke und Begriffe setzen? An dieser Stelle sei gesagt (für alle, die es noch nicht wissen 😉 ): Ich liebe Sprache und Worte. Es macht mir Spaß, mit Bedeutungen zu spielen und die Herkunft von Worten zu recherchieren. Und wenn Worte vom Aussterben bedroht sind, versetzt mich das in akute Alarmbereitschaft. Es tut mir regelrecht weh (übrigens auch bei Tieren und Pflanzen, aber das ist ein anderes Thema).

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Kriegsenkel und ihr innerer Krieg

Bombenstimmung oder?

Innerer Krieg? Bei uns? Kriegerische Metaphern sind Teil unserer Sprache. Sie sind uns meistens nicht bewusst, aber was sagen sie über unser Unbewusstes aus? Die Anregung für diesen Artikel verdanke ich einem Post auf FB (Gaby, vielen Dank dafür). Wer Lust hat, einen kurzen Überblick über die Verwendung der Lingua militans, der Militärsprache, zu bekommen, kann einen Artikel der ZEIT aus 1966 (!) zu dem Thema lesen.

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Wollen und Dürfen – Probleme der Kriegsenkel

Ich darf… oder?

Unklare Fragen im Zusammenhang mit den eigenen Bedürfnissen scheinen ebenfalls typische Probleme der Kriegsenkel-Generation zu sein. Diese Menschen können ihre eigenen Wünsche oft gar nicht benennen. Und schon gar adäquat dafür eintreten. Schuldgefühle folgen meistens auf dem Fuße. So flüchten viele Kriegsenkel*Innen in emsige Aktivität, auch im Privatleben. Nach dem Motto: Bloß nicht mit sich allein sein! Denn dann kommen die Ahnungen der vernachlässigten Selbstfürsorge gepaart mit den Schuldgefühlen hoch. In meinem Buch Traumakinder gehe ich darauf intensiv ein.

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Die Angst der Kriegsenkel – das schwere Erbe

Gibt es eine „Angst der Kriegsenkel“?

Die Angst ist mein ständiger Begleiter. Sie ist da, ganz real und spürbar. Aber sie ist für mich nicht greifbar. Sie bleibt unnahbar. Wie eine Stimme hinter einem Vorhang oder im Nebel.

Solche und ähnliche Äußerungen höre ich häufig von Kriegsenkelinnen. Diese Menschen im Alter zwischen 35 und 55 Jahren stehen mitten im Leben. Erwachsen, erfahren, in Krisen erprobt. Und oftmals dennoch tief verunsichert.

Ich will nicht als Verlierer dastehen. Erfolg bedeutet für mich Sicherheit. Dabei steigen die Ansprüche ständig. Sowohl die äußeren als auch meine eigenen. Das ist enorm anstrengend. Immer noch etwas weiter. Bloß keine Schwäche zeigen. Manchmal frage ich mich, wie lange das noch gut geht.

Überspitzt formuliert ist dies das männliche Äquivalent der Angst. Kriegsenkel treibt die Furcht vor Verlust und Misserfolg zu Höchstleistungen. Und wo diese Leistungen nicht erbracht werden (können), soll zumindest ein Bild oder Schein des Erfolgs gezeigt werden.

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