Das laute Schweigen der Kriegsenkel

Schweigen in der Kommunikation

Es steht im Alten Testament: „Ein jegliches hat seine Zeit (…) Schweigen hat seine Zeit, Reden hat seine Zeit“ (Prediger/Kohelet 3, 1-17). Was selbstverständlich scheint, ist heutzutage keineswegs mehr selbstverständlich. Da sprechen und lärmen die Dümmsten am lautesten. Und die Weisen hüllen sich in Schweigen. Aber ist Schweigen tatsächlich Gold?

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Toxisch – wenn Menschen Gift sind

Toxisch macht krank

Was bedeutet es, wenn andere Menschen toxisch für uns sind? Das Phänomen „Toxische Kommunikation“ ist seit längerer Zeit bekannt. Zudem kommt seit einigen Jahren vor allem in den USA) eine Diskussion darüber in Gang, dass ein gewisser Personenkreis offenbar „toxisch altert“. Diese Giftigkeit im Erleben und Verhalten kann sehr unterschiedliche Formen annehmen. Sie ist gefährlich, weil sie oft unerkannt bleibt und die Betroffenen „hineinzieht“. Die Kriegskinder-Generation in Deutschland scheint im Alter in höherem Maße anfällig zu sein. Nach bisherigen Schätzungen gehen Forscher in den USA von etwa 3-5 Prozent alter Menschen aus, die toxisch sind. Nach meinen Erfahrungen aus der Praxis sehe ich diesen Anteil in Deutschland bei deutlich über 5 Prozent.

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Toxische Menschen: Das Phänomen Trump

Kriegsenkel kennen viele toxische Menschen

Mein Sohn hat einen Kumpel, der – naja sagen wir – ziemlich unberechenbar ist. Lautstärke, Tischmanieren, Rücksichtnahme, Spielverhalten. Es gäbe Verbesserungsbedarf (in meiner Weltsicht, er sieht es sicher anders). Wenn er dann abends weg ist, denke ich oft: Oh, so schlimm war das Ganze gar nicht.

Soll D.T. unser neuer Kumpel sein? Laut und ungezogen? Probiert er an uns seine Grenzen aus? Wieviel tolerieren wir? Und wollen wir am Ende sagen: Oh, so schlimm war er ja gar nicht?

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Spiegelneurone und Kriegsenkel

Spieglein, Spieglein… unsere Spiegelneurone

Haben Kriegsenkel*Innen deshalb oft Probleme, Gefühle zu erkennen und zu äußern, weil ihre Spiegelneurone nicht oder anders funktionieren? Und woran liegt das? Die Ursachen hierfür können – wieder einmal – vielfältig sein. Das Erziehungsklima der 1950er bis 1970er führte häufig bei Kindern zu einem gestörten Bindungsverhalten. Elterliche Traumatisierung (sie waren ja die Kriegskinder) blockierte einen natürlichen Umgang mit Gefühlen. Oftmals blieben die Kinder (die späteren Kriegsenkel) mit ihren Empfindungen allein und unverstanden. Bedürfnisse wurden unterdrückt (durch Ignorieren, Lächerlich-Machen, Abstrafung etc.). Kinder wurden sogar häufig zu einer Art Ersatzeltern für die eigenen Eltern (Parentifizierung). Sie begannen, sich für das Wohlergehen der Eltern verantwortlich zu fühlen. Eigene Bedürfnisse blieben dabei auf der Strecke. Sie gerieten sogar in Vergessenheit. Hinzu kamen Schuldgefühle für ein Geschehen (das elterliche Befinden), das eigentlich außerhalb ihrer Verantwortlichkeit lag.

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Berichte von Zeitzeugen

Warum sind Berichte von Zeitzeugen wichtig?

Berichte von Zeitzeugen vermitteln recht authentisch Stimmungsbilder. Dabei ist für uns heute kaum entscheidbar, was wahr oder falsch ist. Geschichte entsteht für das Individuum im Entwurf der eigenen Geschichte. Fakten können – absichtlich oder unabsichtlich – vertauscht, ausgelassen und uminterpretiert werden. Letztlich können nur die Rahmenbedingungen auf ihre Glaubwürdigkeit hin geprüft werden. Man möge sich vorstellen, einen Zeitzeugen der Geschehnisse von 1933 bis 1945 zu befragen, ob er/sie „ein Nazi“ gewesen sei. Wir würden auf eine solche Frage schwerlich eine „historisch korrekte“ Antwort erhalten.

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Die Tragik der erwachsenen Kinder

Es ist ein Bedürfnis von Kindern, geliebt zu werden, und genau dies ist die Tragik der erwachsenen Kinder von heute. Viele Kriegsenkel entbehren noch immer das Gefühl, voll und ganz angenommen zu sein. Da ich dieses Thema für enorm bedeutsam halte, habe ich in meinem Buch ein ganzes Kapitel dem Phänomen der fehlenden Initiation gewidmet. Die Kriegskinder waren als Eltern oftmals nicht fähig, ihre eigenen Kinder in die Unabhängigkeit zu entlassen. Initiation meint, dass die Eltern zurücktreten und den Nachkommen das Feld überlassen. Dies erfordert jedoch Vertrauen darauf, dass die Kinder „es auch können“.

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Kriegsenkel und Kriegskinder

Wer sind eigentlich die Kriegsenkel und Kriegskinder?

Wurde das Thema über Jahrzehnte schlichtweg vergessen? Oder verdrängt? Wurde es sogar bewusst ignoriert? War (und ist) es „politisch inkorrekt“, von einer Traumatisierung der Deutschen, also „der Täter“, zu sprechen? Wer sind die Betroffenen? Wie grenzt man die Generation der Kriegsenkel und Kriegskinder voneinander ab? Es empfiehlt sich zur Orientierung eine chronologische Reihenfolge zu bilden:

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