Ärzte im Dritten Reich

Wie Ärzte im Dritten Reich unser Urvertrauen zerstörten

Eigentlich wollte ich nur ein wenig im Netz stöbern, als ich dann doch – wie so oft – wieder zu „meinem“ Kriegsenkel- und Trauma-Thema fand, diesmal auf Umwegen. Und in Form der Rolle der Ärzte im Dritten Reich. Nun gehöre ich ja, wie manche wissen, auch diesem Berufsstand an. Und gerade deshalb stehe ich in der Verantwortung, mich mit der Funktion der Ärzteschaft während der Nazi-Herrschaft intensiv auseinander zu setzen.

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Wer kennt eigentlich Klabund ?

Klabund und der Krieg

Wenn wir an die deutsche „große Literatur“ zum Ersten Weltkrieg denken, kommt uns meist Remarque mit „Im Westen nichts Neues“ in den Sinn, aber wer bitte schön ist Klabund? Mit dem bürgerlichem Namen Alfred Georg Hermann Henschke wurde Klabund 1890 geboren. Er entschied sich früh, als Schriftsteller zu arbeiten. Bereits in Jugendjahren erkrankte er an schwerer Tuberkulose und gehörte somit zu den schwindsüchtigen Literaten seiner Zeit, die – in Ahnung ihres frühen Ablebens – einen irrwitzigen Schaffensprozess auf dem Vulkan ihres Lebens tanzten.

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Traumakinder – Titel & Cover sind da !

„Traumakinder“ erscheint im Februar 2017

Hallo Ihr Lieben. Für mein Sachbuch zum Thema Kriegskinder und Kriegsenkel steht jetzt der Titel fest. Es heißt Traumakinder. Auch das Cover ist fertig. Das Buch erscheint voraussichtlich im Februar 2017 und wird im Buchhandel und als eBook erhältlich sein.

Titel: Traumakinder, Lübbe-Verlag, ISBN: 978-3-431-03989-4

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PTBS bei Angehörigen von US-Veteranen

PTBS und das transgenerationale Trauma aus amerikanischer Sicht

Es verwundert nicht, dass das deutsche Thema einer Vererbung von Traumata und den Folgen der Belastungsstörung (PTBS) in den USA nur am Rande wahrgenommen wird. Jedoch bedeutet dies nicht, dass dort eine solche Forschung nicht existiert. Zum einen sind ja viele Erkenntnisse der Holocaust-Aufarbeitung von dort initiiert. Zum anderen gibt es seit Jahrzehnten das Problemfeld der „veterans“. Die Rückkehrer aus den Kriegen mit US-Beteiligung leiden zu etwa 20 Prozent unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS, im Englischen PTSD).

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Buch zum Thema Kriegsenkel

Es ist vollbracht, denn mein Buch zum Thema „Vererbtes Trauma“ ist fertig! Das Lektorat ist erfolgreich abgeschlossen. Da fällt mir wirklich ein Stein vom Herzen. Ich danke an dieser Stelle ganz herzlich meinem Lektor, der mit Umsicht und Einfühlungsvermögen Korrekturen angeregt hat. 🙂

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Rebecca West: Die Rückkehr

Kann man bei Rebecca West und ihrem Erstlingsroman „The Return of the Soldier“ von einer „Entdeckung“ sprechen? Schließlich verstarb die Autorin bereits 1983 im Alter von 90 Jahren. Und das Buch erschien 1918. Nach fast 100 Jahren liegt es nun erstmals in deutscher Übersetzung vor. Mich hat erstaunt, dass es nicht bereits während der medialen Hype um den Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 2014 erschienen ist. Was macht es so besonders?

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Nazismus. Ein Grund für Narzissmus?

Hat die mangelhafte Aufarbeitung der Nazi-Zeit zu einem Aufblühen des Narzissmus in unserer Gesellschaft geführt? Eine sicherlich provokante These, deren Für und Wider ich hier etwas näher beleuchten möchte. Die nationalsozialistische Ideologie übte eine enorme Anziehungskraft auf Bevölkerungsteile aus, die sich „vom Leben zurückgesetzt“ fühlten. Und derer gab es viele durch die historische Entwicklung nach dem Ersten Weltkrieg. Besetzte oder abgetretene Reichsgebiete. Entmachtete Militärs. Abschaffung der Adelsprivilegien. Wirtschaftskrise mit rasanter Geldentwertung und Vermögensumverteilung. Eine Arbeiterschaft, die sich als neue Kraft sah und nicht mehr bereit war, für „alles die Zeche zu zahlen“.

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Trauma und Glaube

Ich habe längere Zeit mit mir gerungen, ob ich das Thema Trauma und Glaube in dieses Weblog aufnehme. Heute, am 15. Juli 2016 entscheide ich mich dafür. Denn ich bin traurig und wütend. Gestern gab es wieder einen Anschlag auf Menschen. Diesmal in Nizza. Mir reicht es schon lange. Ich bekenne, ich bin Christ. Ich bin traurig, und ich bete für die Opfer und Angehörigen. Und als Christ bin ich wütend, denn Gott will so etwas ganz sicher nicht!

WIR WOLLEN KEINEN HASS UND KEINE GEWALT. Wir als Deutsche kennen die Folgen zur Genüge. Viele von uns leiden noch heute unter Geschehnissen, die mehr als siebzig Jahren alt sind. Wollen wir, dass dies ewig so weitergeht? Hass und Gegenhass? Neue Traumatisierung der Migranten? Gestörte und verunsicherte Kinder? Wollen wir das wirklich?

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Typ I und Typ II – Unterschiede

Wir haben gesehen, dass bei der Traumatisierung – zumindest in der Theorie – bestimmte „Typen“ unterschieden werden. Eine Klassifikation bezieht sich auf die Frage, ob das Trauma durch menschlichen Einfluss verursacht ist oder nicht. Die andere Typologie fußt auf der Dauer des Trauma-Erlebens (Typ I: kurz, Typ II: lang).

Man kann diesen Sachverhalt auch in einer Tabelle strukturieren. Hierzu einige Beispiele:

                                „Man-made“             „Natural“

Kurzdauernd    Vergewaltigung        Erdbeben

Langdauernd    Krieg, Folter             Dürre

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