Grenzen der Maßlosigkeit

Wo endet die Maßlosigkeit?

Wird Maßlosigkeit zum Lebensprinzip? Es stimmt schon nachdenklich, wenn wir Donald, Recep, Wladimir & Co. betrachten. Oder das schamlose Vorgehen vieler Großunternehmen. Aber nicht nur in Politik und Wirtschaft nimmt Maßlosigkeit zu. Auch die kleinen Rädchen unseres Berufs- und Privatlebens drehen sich immer schneller. Höher, weiter, größer. Nimmt es da Wunder, dass diejenigen, die uns „führen“, aus demselben Holz geschnitzt sind? Können wir uns gerade deshalb so trefflich echauffieren, wenn D.T. oder R.E. wieder mal aus der Rolle fallen? Trifft sie unser Hass, weil wir selbst die Wurzeln dieses Hasses in uns tragen? Sind diese Leute die personifizierten dunklen Schatten unseres Selbst? Wären wir nicht gern – um mit Nietzsche zu sprechen – auch so ein „Übermensch“? Ausgestattet mit Macht und Geld? Vermeintlich frei, zu tun und zu lassen, was wir wollen?

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Kriegsenkel und ihr innerer Krieg

Bombenstimmung oder?

Innerer Krieg? Bei uns? Kriegerische Metaphern sind Teil unserer Sprache. Sie sind uns meistens nicht bewusst, aber was sagen sie über unser Unbewusstes aus? Die Anregung für diesen Artikel verdanke ich einem Post auf FB (Gaby, vielen Dank dafür). Wer Lust hat, einen kurzen Überblick über die Verwendung der Lingua militans, der Militärsprache, zu bekommen, kann einen Artikel der ZEIT aus 1966 (!) zu dem Thema lesen.

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Die Angst der Kriegsenkel – das schwere Erbe

Gibt es eine „Angst der Kriegsenkel“?

Die Angst ist mein ständiger Begleiter. Sie ist da, ganz real und spürbar. Aber sie ist für mich nicht greifbar. Sie bleibt unnahbar. Wie eine Stimme hinter einem Vorhang oder im Nebel.

Solche und ähnliche Äußerungen höre ich häufig von Kriegsenkelinnen. Diese Menschen im Alter zwischen 35 und 55 Jahren stehen mitten im Leben. Erwachsen, erfahren, in Krisen erprobt. Und oftmals dennoch tief verunsichert.

Ich will nicht als Verlierer dastehen. Erfolg bedeutet für mich Sicherheit. Dabei steigen die Ansprüche ständig. Sowohl die äußeren als auch meine eigenen. Das ist enorm anstrengend. Immer noch etwas weiter. Bloß keine Schwäche zeigen. Manchmal frage ich mich, wie lange das noch gut geht.

Überspitzt formuliert ist dies das männliche Äquivalent der Angst. Kriegsenkel treibt die Furcht vor Verlust und Misserfolg zu Höchstleistungen. Und wo diese Leistungen nicht erbracht werden (können), soll zumindest ein Bild oder Schein des Erfolgs gezeigt werden.

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Trauma und Fotografie

Was haben Trauma und Fotografie gemeinsam?

Trauma und Fotografie sind spätestens seit Ausreifung der technischen Möglichkeiten (hier vor allem durch kurze Belichtungszeiten) eng miteinander verwoben. Bereits aus dem Krimkrieg (1853-1856) liegen Bilder vor, die das Grauen der Schlachtfelder einfangen. Spätestens seit Beginn des 20. Jahrhundert ist eigentlich kein größeres (potentiell) traumatisches Ereignis mehr denkbar, ohne dass die Fotografie quasi dabei ist. Auch die Schrecken des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust sind in Bildern festgehalten. Bilder wirken gegen das Vergessen, sie sind „da“. Und mit ihnen auch die Ereignisse, die sich in ihnen abbilden. Historiker sehen hier einen Grund, weshalb die Aufarbeitung jener Gräuel auch mehr als siebzig Jahre später nicht abgeschlossen sein kann.

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Das deutsche Trauma als Chance?

Können Kriegsenkel*Innen ihr Trauma als Chance begreifen?

Was haben ein Völkermord und die tibetische Tonglen-Meditation miteinander zu tun? Auf den ersten Blick: nichts. Auf den zweiten Blick: eine Menge. Tonglen ist eine Meditations-Form des tibetischen Buddhismus. Einfach ausgedrückt (Kenner der Materie mögen mir Ungenauigkeiten verzeihen) geht es um die Transformation des Leids der Welt. Das Leiden und die mit ihnen verbundenen Gefühle werden aufgenommen. Und den Mitwesen (ausdrücklich allem, was lebt!) wird Mitgefühl zuteil. Schließlich sendet die/der Meditierende Licht, Segen, Gutes aus. Letztlich erinnerte mich dies an das christliche Herzensgebet (auch Jesus-Gebet genannt).

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PTBS bei Angehörigen von US-Veteranen

PTBS und das transgenerationale Trauma aus amerikanischer Sicht

Es verwundert nicht, dass das deutsche Thema einer Vererbung von Traumata und den Folgen der Belastungsstörung (PTBS) in den USA nur am Rande wahrgenommen wird. Jedoch bedeutet dies nicht, dass dort eine solche Forschung nicht existiert. Zum einen sind ja viele Erkenntnisse der Holocaust-Aufarbeitung von dort initiiert. Zum anderen gibt es seit Jahrzehnten das Problemfeld der „veterans“. Die Rückkehrer aus den Kriegen mit US-Beteiligung leiden zu etwa 20 Prozent unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS, im Englischen PTSD).

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Trauma-Weitergabe an Folgegenerationen

Weitergegeben, vererbt, erlernt – das lange Leiden

Nach den eher grundsätzlichen Ausführungen zum Thema komme ich nun zum Phänomen der transgenerationalen Trauma-Weitergabe. Was heißt das überhaupt? Wie werden Verletzungen „weitergegeben“? Eine körperliche Wunde (und später die Narbe) trägt schließlich „nur“ der Verletzte davon. Nicht seine Tochter oder sein Sohn. Ist das bei seelischen Wunden anders?
Es spricht vieles dafür, dass dies in der Tat so ist. Und es wirft natürlich philosophische Fragen auf. Ist die „Seele“ doch etwas Überdauerndes? Eine Annahme, die der moderne Mensch doch seit der Aufklärung vehement zu leugen versucht. Es wäre spannend die Konsequenzen einer solchen Erkenntnis zu durchdenken. Wenn Seelenwunden fortbestehen, warum sollen andere Seelenteile dies nicht auch tun?

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Hallo Welt!

Willkommen auf meiner Seite.

Hier entsteht in den nächsten Tagen und Wochen ein Blog zum Thema „Transgenerationale Traumata“.

Ich trage hier Infos zum Thema sowie Checklisten, Büchertipps, Links und auch „Lebensgeschichten“ zusammen. Einerseits bin ich selbst ein Betroffener, ein 1960er Jahre „Kriegsenkel“. Und andererseits bin ich erstmals vor über 20 Jahren mit dem Phänomen „Erbtrauma“ als Arzt und Therapeut in Kontakt gekommen. Seither lässt es mich nicht mehr richtig los…

Für das anfängliche „Chaos“ bitte ich um Verständnis.

Ich freue mich, wenn diese Seite einigen Menschen hilft, sich (und andere) besser zu verstehen.