Das laute Schweigen der Kriegsenkel

Schweigen in der Kommunikation

Es steht im Alten Testament: „Ein jegliches hat seine Zeit (…) Schweigen hat seine Zeit, Reden hat seine Zeit“ (Prediger/Kohelet 3, 1-17). Was selbstverständlich scheint, ist heutzutage keineswegs mehr selbstverständlich. Da sprechen und lärmen die Dümmsten am lautesten. Und die Weisen hüllen sich in Schweigen. Aber ist Schweigen tatsächlich Gold?

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Trauma und Fotografie

Was haben Trauma und Fotografie gemeinsam?

Trauma und Fotografie sind spätestens seit Ausreifung der technischen Möglichkeiten (hier vor allem durch kurze Belichtungszeiten) eng miteinander verwoben. Bereits aus dem Krimkrieg (1853-1856) liegen Bilder vor, die das Grauen der Schlachtfelder einfangen. Spätestens seit Beginn des 20. Jahrhundert ist eigentlich kein größeres (potentiell) traumatisches Ereignis mehr denkbar, ohne dass die Fotografie quasi dabei ist. Auch die Schrecken des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust sind in Bildern festgehalten. Bilder wirken gegen das Vergessen, sie sind „da“. Und mit ihnen auch die Ereignisse, die sich in ihnen abbilden. Historiker sehen hier einen Grund, weshalb die Aufarbeitung jener Gräuel auch mehr als siebzig Jahre später nicht abgeschlossen sein kann.

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Rilke-Trauma und der Torso Apollos

 Das Rilke-Trauma: Dichtung und Wahrheit

Das Psychogramm eines Verstorbenen entwerfen zu wollen, wird in den meisten Fällen misslingen. Zudem ist es höchst unfair schon im Ansatz, wird doch die/der Betreffende keine Einwände und Ergänzungen mehr machen können. Ganz abgesehen vom zweifelhaften „Wahrheitsgehalt“ eines solchen Anspruchs. Im Falle Rainer Maria Rilkes ist es auch schon oft versucht worden, ich werde mich hier auf Hinweise zu seinen traumatischen Erlebnissen beschränken:

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Hiob und seine Trauma-Botschaft

Der Name Hiob steht für einen durch Trauma – Prozesse geprägten Menschen, aber auch für die finale Reifung des Menschen auf seinem steinigen Lebensweg. Hiobs Geschichte ist die Geschichte von einer frühen Auseinandersetzung mit Gott. Ja, ich gehe soweit, zu behaupten, dass Gott hier sein Verhältnis zur Spezies Mensch prüft und dabei quasi ausprobiert, was „machbar“ ist.

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Trauma-Arten

Nach dem traumatischen Erlebnis kommt es im Allgemeinen zu zwei seelischen Reaktionen. Einerseits kann das Trauma (im schlimmsten Fall) eine Folgestörung hinterlassen. Am bekanntesten ist die PTBS, die „Posttraumatische Belastungsstörung“. Hier dominieren Unruhe, Angsterleben, emotionale Labilität, Konzentrations- und Schlafstörungen, um nur einige Symptome zu nennen. Andererseits setzt nach einem traumatischen Erlebnis immer auch ein Bewältigungsversuch bei den Betroffenen ein. Bewältigung meint, dass der Mensch irgendwie versucht, mit dem Geschehenen „fertig zu werden“. Dadurch soll die innere Belastung reduziert werden.

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Was ist eigentlich ein „Trauma“?

Ein „Trauma“ ist (im ursprünglichen Sinn) eine Verletzung. Das kann körperlich und/oder seelisch sein. In der Notfallmedizin spricht man von einem „Polytrauma“, wenn der Patient an vielen Körperteilen und Organen verletzt wurde. Letztlich ist jedes körperliche Trauma auch immer ein seelisches. Egal, ob es sich um einen Unfall, eine Naturkatastrophe oder menschliche Gewaltausübung handelt. Nicht nur der Körper, auch die Psyche muss diese Verletzung überwinden. Die europäische „abendländische“ (Schul-) Medizin hat die künstliche und fatale Trennung in „Körper, Geist und Seele“ zu Beginn der Neuzeit vollzogen. Mühsam arbeitet sich seit etwa 40 Jahren das (uralte) Wissen zurück ins Bewusstsein der Mediziner, dass diese Anteile im Mensch-Sein nicht getrennt werden können.

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