Ärzte im Dritten Reich

Wie Ärzte im Dritten Reich unser Urvertrauen zerstörten

Eigentlich wollte ich nur ein wenig im Netz stöbern, als ich dann doch – wie so oft – wieder zu „meinem“ Kriegsenkel- und Trauma-Thema fand, diesmal auf Umwegen. Und in Form der Rolle der Ärzte im Dritten Reich. Nun gehöre ich ja, wie manche wissen, auch diesem Berufsstand an. Und gerade deshalb stehe ich in der Verantwortung, mich mit der Funktion der Ärzteschaft während der Nazi-Herrschaft intensiv auseinander zu setzen.

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Toxische Menschen: Das Phänomen Trump

Kriegsenkel kennen viele toxische Menschen

Mein Sohn hat einen Kumpel, der – naja sagen wir – ziemlich unberechenbar ist. Lautstärke, Tischmanieren, Rücksichtnahme, Spielverhalten. Es gäbe Verbesserungsbedarf (in meiner Weltsicht, er sieht es sicher anders). Wenn er dann abends weg ist, denke ich oft: Oh, so schlimm war das Ganze gar nicht.

Soll D.T. unser neuer Kumpel sein? Laut und ungezogen? Probiert er an uns seine Grenzen aus? Wieviel tolerieren wir? Und wollen wir am Ende sagen: Oh, so schlimm war er ja gar nicht?

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Schuldgefühle – Schuld ohne Schuld?

Woher kommen unsere Schuldgefühle?

Schuldgefühle entstehen, wenn wir Normen und Gebote verletzen. Sie erfüllen insofern eine soziale Funktion. Unsere jeweilige Bezugsgruppe bestimmt quasi die Regeln, die also gemeinhin als Ethik oder Moral gelten können. Auf der Mikroebene ist diese Gruppe die Familie, also anfangs die Eltern und Geschwister, später der Partner und eigene Kinder. Die Mesoebene stellen Verwandte, Freunde, Schule, Arbeitsplatz etc. dar. Schließlich finden sich auf der Makroebene „Gesellschaft und Staat“. Schuldgefühle sind eine Art innerseelischer Sanktion, die Schuld und Strafe vorwegnimmt. Sie stehen dabei mit dem Gewissen in Verbindung, das das Wissen um die (mögliche) Regelübertretung und deren Folgen darstellt.

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Kleines Mädchen Wassermann

H. Wassermann zum Gedenken

Ich war heute in der Gedenkstätte „Kinder vom Bullenhuser Damm“ und dort kamen mir die Zeilen für ein „Kleines Mädchen Wassermann“ in den Sinn. Den Text findet ihr weiter unten. Für alle, die den Ort nicht kennen, hier ein paar Informationen:

Die Schule am Bullenhuser Damm in Hamburg war Ende April 1945 zu einem Ort des Grauens geworden. Aus dem Konzentrationslager Neuengamme wurden 20 Kinder hierher gebracht, um sie zu töten. Der SS-Arzt Kurt Heißmeyer hatte Menschenversuche an ihnen durchgeführt, und nun sollten „die Spuren beseitigt“ werden.

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Sicherheit in unruhigen Zeiten

Sicherheit durch feste Wurzeln

Sicherheit? Heute war ich bei einem Pfadfinder-Gottesdienst. Ich saß in der Kirchenbank und fragte mich, ob ich diese jungen Menschen beneiden soll. Ob ich an ihrer Stelle sein möchte. Alles nochmal erleben dürfen? Chancen ergreifen, die Dinge anders anpacken? Aber da mischen sich immer auch Zweifel in diese Gedanken. Es sind unruhige Zeiten, vor denen die jungen Leute stehen. Sicherlich, Zukunft ist nie planbar gewesen. Vor hundert Jahren nicht. Und auch jetzt nicht. Aber es scheint mir, dass sich in den nächsten Jahrzehnten vieles grundlegend ändern wird. Ändern muss.

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Traumakinder – Titel & Cover sind da !

„Traumakinder“ erscheint im Februar 2017

Hallo Ihr Lieben. Für mein Sachbuch zum Thema Kriegskinder und Kriegsenkel steht jetzt der Titel fest. Es heißt Traumakinder. Auch das Cover ist fertig. Das Buch erscheint voraussichtlich im Februar 2017 und wird im Buchhandel und als eBook erhältlich sein.

Titel: Traumakinder, Lübbe-Verlag, ISBN: 978-3-431-03989-4

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Rilke-Trauma und der Torso Apollos

 Das Rilke-Trauma: Dichtung und Wahrheit

Das Psychogramm eines Verstorbenen entwerfen zu wollen, wird in den meisten Fällen misslingen. Zudem ist es höchst unfair schon im Ansatz, wird doch die/der Betreffende keine Einwände und Ergänzungen mehr machen können. Ganz abgesehen vom zweifelhaften „Wahrheitsgehalt“ eines solchen Anspruchs. Im Falle Rainer Maria Rilkes ist es auch schon oft versucht worden, ich werde mich hier auf Hinweise zu seinen traumatischen Erlebnissen beschränken:

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Glaube und Heilung

Wie passen Spiritualität bzw. Glaube und Heilung eines Traumas zusammen? Ist hier nicht wieder ein Widerspruch zu finden? Wer glaubt, darf doch bitte nicht „bestraft“ werden durch ein Trauma? Und wer traumatisiert wurde, flüchtet vielleicht nur in Ermangelung besserer Alternativen in den Glauben? Dabei bedeutet Mensch-Sein wohl, beständig traumatischen Erfahrungen ausgesetzt zu sein. Natürlich betrifft dies nicht zu jedem Zeitpunkt jeden Einzelnen. Sicherlich gibt es auch Menschen, die während ihres gesamten Lebens nie traumatisiert werden. Aber sie sind offenbar eher eine Minderheit, denn Untersuchungen zeigen, dass wir mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 60 % mindestens einmal in unserem Leben ein Trauma erleben.

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Was ist eigentlich ein „Trauma“?

Ein „Trauma“ ist (im ursprünglichen Sinn) eine Verletzung. Das kann körperlich und/oder seelisch sein. In der Notfallmedizin spricht man von einem „Polytrauma“, wenn der Patient an vielen Körperteilen und Organen verletzt wurde. Letztlich ist jedes körperliche Trauma auch immer ein seelisches. Egal, ob es sich um einen Unfall, eine Naturkatastrophe oder menschliche Gewaltausübung handelt. Nicht nur der Körper, auch die Psyche muss diese Verletzung überwinden. Die europäische „abendländische“ (Schul-) Medizin hat die künstliche und fatale Trennung in „Körper, Geist und Seele“ zu Beginn der Neuzeit vollzogen. Mühsam arbeitet sich seit etwa 40 Jahren das (uralte) Wissen zurück ins Bewusstsein der Mediziner, dass diese Anteile im Mensch-Sein nicht getrennt werden können.

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